Deutscher Schäferhund

Ursprung des Deutschen Schäferhundes

Bis Ende des 19.Jahrhunderts hatten sich verschiedene Rassen von Hütehunden in Europa entwickelt. Diese Hunde dienten allerdings nicht nur zum Hüten der Herden, sondern auch zum Schutz von Hab und Gut. Der heutige Schäferhund stammt vorallem von diesen Rassen, besonders aus Würtemberg und Thüringen, ab.

Der Gründer der Rasse deutscher Schäferhund, war Rittmeister Max Emil Friederich von Stephanitz. Er wurde am 30. Dezember 1864 in Dresden geboren und gehörte einer Aristokratenfamilie an. Aufgrund der gesellschaftlichen Stellung seiner Familie schlug er die Offizierslaufbahn ein. Während eines Manövers beobachtete er Schäfer mit ihren Hunden bei der Arbeit. Er war überwältigt von der Kommunikation zwischen Mensch und Tier, so dass Hunde sein Lebensinhalt wurden.

Die Geburtstunde des deutschen Schäferhundes

Seine Intelligenz zeichnet den deutschen Schäferhund aus

Am 15. Januar 1898 kaufte er vom Züchter Karl Sparwasser aus Frankfurt für 200 Reichsmark den damals dreijähringen Hund "Hektor von Linksrhein". Er benannte seinen neuen Begleiter in "Honrand von Grafrath" um. Dieser war das Erste ins Zuchtbuch eingetragene Exemplar, mit der Nummer SZ1 und gilt als Urvater aller deutschen Schäferhunde. Er war so begeistert und fasziniert von dessen Wesen und Erscheinung, daß er mit seinem Freund Arthur Meyer am 22. April 1899 in Karlsruhe den Verein deutscher Schäferhunde gründete. Diesem stand er bis zu seinem Tod als erster Präsident vor. Dabei enstand auch das Zuchtbuch. Hier werden alle deutschen Schäferhunde, die den Rassestandard erfüllen, bis zum dritten Familiengrad aufgeführt. Für dieses Zuchtbuch war Arthur Meyer bis zu seinem Tod am 29. Dezember 1900 verantwortlich.

Auf der ersten Vereinssitzung am 20.September 1899 wurde der Rassestandard für die Rasse deutscher Schäferhund festgelegt. Aufgrund des Enthusiasmus seines Gründers Max von Stephanitz wuchs die Popularität des deutschen Schäferhund enorm. So stieg die Mitgliederzahl des Vereins Deutscher Schäferhund noch bis 1914 auf 6000. Und bis 1923 auf 50000 eingeschriebene Mitglieder. Im Jahre 1922 wurde das Körbuch eingeführt. Dieses stellt einen wichtigen Kontrollmechanismus zum Erhalt der Rassemerkmale des deutschen Schäferhundes dar. Das Körbuch dient zur Klassifizierung von Schäferhunden, die für die Zucht geeignet sind. Die Eintragung ist freiwillig. Jedoch unterliegt die Aufnahme ins Körbuch strengen Anforderungen, so daß nur relativ wenige Tiere registriert werden. Je nach Erfüllung der Kriterien, bekommt der Hund eine Zuchtzulassung für 2 Jahre oder auf Lebenszeit. Aktuell zählt der Verein für deutsche Schäferhunde ca. 100000 eingetragene Mitglieder.

Missbrauch

In der Nazidiktatur wurde der Deutsche Schäferhund aufgrund seines Wesens für Propagandazwecke missbraucht. Während des zweiten Weltkriegs wurden mehr als 30000 Hunde eingesetzt, wovon die meisten nicht überlebten. Nach Ende des Krieges begann der entgültige Aufstieg zu einer der beliebtesten Hunderassen weltweit. Vorallem im arabischen Raum ist der deutsche Schäferhund als Prestigeobjekt sehr beliebt. So werden heute für Exemplare aus bekannten Linien bis zu 10000 Euro und mehr bezahlt.

Max von Stephanitz verstarb am 22.April 1936 und ist auf dem Dresdener Trinitadis-Friedhof beerdigt.