Deutscher Schäferhund

Der deutsche Schäferhund im Polizeidienst

Das bekannteste Verwendungsgebiet des Deutschen Schäferhundes ist sicherlich die Arbeit bei den Sicherheitsbehörden und dem Militär. Hier wird er als Hilfsmittel zur Abschreckung und körperlichen Gewalt durch die Polizei bei Demonstrationen und Festnahmen von Personen eingesetzt. Sein Einsatz unterliegt einem hoheitlichem Aufgabenbereich, das heisst er kann nach bestehendem Recht überall innerhalb Deutschlands von den Polizeibehörden eingesetzt werden. Der Hund wird immer von einem ausgebildeten Diensthundeführer geführt. Innerhalb des Polizeiapparates gibt es mehrere Hundestaffeln für die jeweiligen Einsätze und Bereiche. Eine Polizeihundestaffel besteht aus 6 Hunden und ihren jeweiligen Diensthundeführern. In der Regel gehen die Diensthunde nach 8-jähriger Dienstzeit in die Rente. Ihr Altersdasein geniessen sie in den allermeisten Fällen im Umkreis der Familie ihres ehemaligen Führers. Aufgrund seiner Eigenschaften wird der deutsche Schäferhund weltweit bei den Polizeibehörden für die unterschiedlichsten Aufgaben eingesetzt. So nutzt die amerikanische Heimatschutzbehörde (Homeland Security) und der kanadische Zoll ihre Hunde zum Finden von Nahrungsmitteln, um exotische Seuchen vom amerikanischen Kontinent fernzuhalten.

Werdegang des deutschen Schäferhundes als Polizeihund

Das natürliche Schutzverhalten zeichnt einen guten Polizeihund aus

Den historischen Aufzeichnungen nach, wurden bereits im 12. Jhd. im französischem Saint-Malo, was im Nordwesten der Bretagne liegt, die Stadtwachen auf ihrem nächtlichem Rundgang durch die Gassen der Stadt von Hunden begleitet. Man nutzte Hunde in England des 19. Jhd. und in den Zeiten der Prohibition zum Aufspüren von Alkoholschmugglern. Das deutsche Diensthundewesen enstand im Jahr 1900. Dabei spielte Polizeikommissar Franz Friedrich Laufer eine entscheidende Rolle. Laufer wurde mit seiner Deutschen Dogge Cäsar während seiner Zeit als Polizeikommissar weltberühmt und schuf den Begriff deutscher Polizeihund. Da er als Reformer innerhalb des damaligen Polizeiapparats bekannt war und die länderübergreifende Polizeiarbeit förderte, gilt er als Erfinder des heutigen Interpols. 1972 wurden erstmals deutsche Schäferhunde im Hamburger Hafen als Rauschgiftspürhunde durch den deutschen Zoll eingesetzt. Aufgrund der politischen Ereignisse in München während der Olympischen Spiele 1972 und dem Linksterror der RAF nahmen ab 1976, ebenfalls im Hamburger Hafen, Sprengstoffspürhunde ihre Arbeit auf.

In vielen Ländern der Welt werden aber nicht nur deutsche Schäferhunde für den Dienst in der Polizei genutzt. So greift man in einigen Staaten auf eigene Züchtungen zurück, wie z.B. in Ungarn den Hovawart . In den Niederlanden ist es der Bouvier de Flandres und der Hollands Herdeshond. In Belgien wird der Malinois genutzt, besser bekannt als belgischer Schäferhund.

Voraussetzungen

Der deutsche Schäferhund ist ein zuverlässiger Helfer

Um seinem Dienst bei der Polizei antreten zu können, muss der deutsche Schäferhund einige wichtige Voraussetzungen mitbringen. Neben einem hohen Schutzverhalten ist ein starker Wille zur Unterordnung erforderlich, den, dieser ist die Basis für seine spätere Ausbildung. Man unterscheidet drei Bereiche. Das ist die Unterordnung, der Schutzdienst sowie die Fährtenarbeit. In der Unterordnung lernt der Schäferhund das Sitzen, Platzmachen, Stehen, Kriechen, das Bringen von Gegenständen und das Laufen mit oder ohne Leine am Führer sowie das Überwinden von Hindernissen.

Im Schutzdienst bringt man ihm das Verfolgen ud Stellen von Personen bei. Sowie die Verteidigung bei Angriffen auf sich und seinen Führer. Da Hunde ein hohes Riechvermögen besitzen, werden sie besonders bei der Suche von Personen und Vermissten eingesetzt.

Beim Training in der Fährtenarbeit legt der Hundeführer in der Anfangszeit die Spuren selber und versieht sie mit persönlichen Gegenständen. Diese muß der Hund beim Ablaufen der Spur finden und aktiv (bellen) oder passiv (sitzen) anzeigen. Im späteren Trainingsverlauf wird die Fährte von fremden Personen in verschiedenen geometrischen Formen und immer grösseren Distanzen gelegt. Es werden auch Fremdfährten eingekreuzt und der Hund muss lernen, der relevanten Spur zu folgen. Eine Fährte kann so bis zu 1600m lang sein.

Diese oben genannten Bereiche beinhalten die Grundausbildung des deutschen Schäferhundes als Diensthund bei Polizei, Zoll und Militär. Auf dieser baut sich die Spezialausbildung zum Leichenspürhund, Mantrailer (Personenverfolgung), Spezialschutzhund und Rauschgiftspürhund auf. Bevor der Hund in Dienst gestellt werden kann, muß er eine Prüfung ablegen, in der er die Mindestnote erreichen muss. Diese Prüfung wird einmal jährlich wiederholt. Ein fertig ausgebildeter deutscher Schäferhund hat bei Dienstantritt ein Alter von etwa einem Jahr.